Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)

Allgemeine Arbeitsbedingungen für Konferenzdolmetscher



1.Verträge werden stets entweder direkt zwischen den Dolmetschern und dem Ausrichter der Konferenz oder direkt zwischen dem Dolmetscher und der Person geschlossen, die der Ausrichter mit der vertraglichen und finanziellen Verantwortung für die Rekrutierung der Dolmetscher ordnungsgemäß beauftragt hat.

2. Die Tätigkeit des Dolmetschers beinhaltet die Verdolmetschung mündlicher Ausführungen, sie erstreckt sich nicht auf Veranstaltungen, die im Vertrag nicht ausdrücklich aufgeführt sind; schriftliche Übersetzungen gehören nicht zu seiner Tätigkeit. Der Dolmetscher unterliegt der strikten beruflichen Schweigepflicht. Er arbeitet nach bestem Wissen und Gewissen und lehnt jede Einflussnahme durch Dritte ab. Um eine hohe Qualität der Verdolmetschung zu gewährleisten, arbeiten Dolmetscher im Team und müssen sich alle 30 Minuten abwechseln. Nicht zum Dolmetscherteam gehörende Personen dürfen nicht ohne vorherige Zustimmung des Ansprechpartners für den Dolmetscher zur Ergänzung des Teams als Dolmetscher eingesetzt werden oder in anderer Eigenschaft die Dolmetscherkanäle der Simultandolmetschanlage nutzen. Die interne Arbeitsverteilung wird von den Dolmetschern selbst geregelt.

3. Die normale Arbeitszeit des Dolmetschers übersteigt nicht 3 - 3 ½ Stunden am Vormittag und, nach einer angemessenen Mittagspause von mindestens 1 Stunde und 3 – 3 ½ Stunden am Nachmittag. Wird diese Arbeitszeit voraussichtlich überschritten, genehmigt der Auftraggeber zur Sicherstellung einer gleichbleibend hohen Qualität der Dolmetschleistung bereits vor Beginn der Konferenz eine Aufstockung des Dolmetscherteams oder setzt ein neues Dolmetscherteam ein.

4. Das Produkt der Dolmetscherleistung ist ausschließlich zur sofortigen Anhörung bestimmt; eine Aufzeichnung durch Zuhörer oder andere Personen und eine Übertragung ist ohne vorherige Zustimmung der betroffenen Dolmetscher nicht zulässig. Die Urheberrechte des Dolmetschers bleiben vorbehalten.

5. Der Auftraggeber übersendet den Dolmetschern zur fachlichen und terminologischen Vorbereitung möglichst frühzeitig, spätestens jedoch 15 Tage vor Konferenzbeginn einen möglichst vollständigen Satz von Unterlagen (Programm, Tagesordnung, Protokoll der letzten Sitzung, usw.). Die Dolmetscher nehmen zur Kenntnis, dass einige Redner der Veranstaltung freie Vorträge halten und dem Ausrichter der Veranstaltung (Auftraggeber) keine Unterlagen zum Vortrag vorab zur Verfügung stellen. Soll ein Text während der Konferenz verlesen werden, versucht der Auftraggeber, den Text vorab vom Redner zu erhalten und den Dolmetschern zur Verfügung zu stellen. Der Redner wird vom Auftraggeber darauf hingewiesen, dass die Lesegeschwindigkeit für einen zu dolmetschenden Text 100 Wörter in der Minute nicht übersteigen sollte (d.h. 3 min für 1 DIN A4 mit etwa 1600 Zeichen). Werden Filme während der Sitzung vorgeführt, wird der Filmton nur gedolmetscht, wenn dieser unmittelbar in die Kopfhörer der Dolmetscher übertragen wird.

6. Honorare sowie Tage- und Übernachtungsgelder werden in gegenseitigem Einvernehmen festgesetzt. Die Entgelte werden ohne Steuerabzug gezahlt, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt.

7. Die Anforderungen an ortsfeste und mobile Kabinen und Simultandolmetschanlagen sind in DIN 56 924 Teil 1 und 2 (bzw. den ISO Normen 2603 und 4043) sowie in IEC 914 festgelegt. Wenn diese Normen nicht erfüllt werden und der für die Verbindung mit dem Veranstalter zuständige Dolmetscher der Auffassung ist, dass die Qualität der Kabinen und der technischen Anlage sowie deren Bedienung vom Dolmetscherteam keine zufrieden stellende Leistung ermöglicht, ist das Team bis zur Behebung der Mängel von der Verpflichtung frei, simultan zu dolmetschen.

8. Sollte der Dolmetscher aus schwerwiegenden Gründen um Entlassung aus diesem Vertrag bitten, wird er dafür sorgen, dass ihn ein qualifizierter Kollege zu den gleichen Konditionen ersetzt. Dessen Verpflichtung bedarf der Zustimmung des Auftraggebers.

9. Bei Kündigung des Vertrags durch den Auftraggeber oder bei Verzicht des Auftraggebers auf die Dienste des Dolmetschers für den im Auftrag vereinbarten Termin oder unter den hierin festgelegten Bedingungen hat der Dolmetscher Anspruch auf das vereinbarte Honorar sowie die Erstattung der ihm nachweislich entstandenen Kosten. Soweit der Dolmetscher für den Termin des gekündigten Vertrages einen anderen Auftrag erhält, kann er die hierfür gezahlte Vergütung vom Honorar für den gekündigten Auftrag in Abzug bringen.

10. Sollte die Veranstaltung aus Gründen höherer Gewalt (Streiks, Unfälle, Naturkatastrophen, Vulkanasche, Kriege etc.) nicht stattfinden oder der Dolmetscher aus selbigen an der Erfüllung des Auftrages gehindert sein, werden 50 % des Gesamtpreises fällig.